Welcome Back!!!

Da bin ich wieder. Live und in Farbe. Naja, zumindest schwarz auf weiß. Es hat lange gedauert, bis ich wieder Lust auf meinen Blog hatte. Und um ehrlich zu sein habe ich auch nicht nur einmal darüber nachgedacht, mir das Geld zu sparen, ihn zu löschen und einfach nur auf Instagram weiterzumachen. Jedoch habe ich es nicht übers Herz gebracht und nun bin ich wieder hier.

Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich den Blog in Zukunft füllen werde. Vor allem nicht, in welchem zeitlichen Turnus. Ob ich beispielsweise einmal in der Woche oder im Monat etwas posten werde. Oder ob ich mir verschiedene Formate überlege, über die ich an bestimmten Tagen sprechen möchte. Mal schauen. Im Moment schwebt mir etwas wie eine Art Diary, ein Tagebuch vor. Das werde ich aber nicht täglich schreiben – das schaffe ich gar nicht. Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass ich etwas poste, wenn es tolle Abenteuer, Geschichten oder so etwas gibt / gab. Quasi gekoppelt an mein Instagram-Profil, wo ich sehr aktiv bin und beinahe täglich Stories poste. Was haltet ihr davon?

Gern könnt ihr mir mal in die Kommentare schreiben, was ihr euch wünscht. Thementage. Diary-Beiträge. Oder einfach querbeet. Ich werde dazu auch gleich eine Umfrage in meiner Instagram-Story posten. Schaut dort gern vorbei. Einfach auf den Link klicken: 𝚂𝚝𝚎𝚏𝚏𝚒 🍀 𝙼𝚢 𝙳𝚊𝚒𝚕𝚢 𝙳𝚒𝚊𝚛𝚢

Ich freue mich auf die kommenden Abenteuer und dass ich euch hier ab sofort wieder mitnehmen kann. Auf ganz bald!

Eure Steffi 🍀

Ein Festival besuchen – die Musik [Pt. 3]

Oh ja. Dass das Line-Up grandios ist, wusste ich von dem Moment, als wir die Tickets bestellt hatten. Denn es waren sehr viele Bands bereits im Januar bestätigt, auf die ich mich richtig gefreut habe. Als dann der Spielplan für die drei Tage raus kam, war die Freude umso größer, denn damit stand auch fest, dass ich eigentlich nur auf drei Bands verzichten musste, die ich aufgrund von Überschneidungen nicht sehen konnte. Damit kann man denke ich leben. 🙂 Da ich natürlich nicht alle gesehen habe, möchte ich euch von den Auftritten erzählen, die ich gesehen habe. Beginnen wir mit Freitag.

Freitag, 01. Juni 2018

Walking on Cars || Jimmy Eat World || The Night Game || Jonathan Davis || Alt-J || Casper || 30 Seconds to Mars || Marilyn Manson

• Walking on Cars •

Die erste Band, die ich gesehen habe, waren Walking on Cars. Die meisten von euch kennen sie sicherlich von diesem Lied: Speeding Cars. Darüber hinaus hat die Band aus Irland noch weitaus mehr zu bieten. Der Auftritt war locker, die Stimmung war gut und obwohl es noch sehr leer war (sie waren die zweite Band am ersten Tag), haben sie einen tolle Show hingelegt und das Publikum animiert. Echt sehens- und natürlich auch hörenswert. 🙂

• Jimmy Eat World •

Danach waren Jimmy Eat World am Start. Die Band kenne ich aus meinen Anfangszeiten, als Rock, Alternative und Metal Einzug in mein Leben erhielten. Wer kennt nicht Hits wie Bleed America oder The Middle? Der Sound war gut und die Band hat echt gut abgeliefert. Aber auch sie fielen leider der frühen Spielzeit zum Opfer. Es ist einfach ein ganz anderes Feeling, wenn man als Hauptact auf der Bühne steht und die Reihen davor proppenvoll sind und einfach nur Bock haben. Nichts desto trotz war es schön, auch mal eine “ältere” Band zu sehen.

• The Night Game •

The Night Game. Tja, dazu gibt es eigentlich gar nicht so viel zu sagen. 😀 Ich habe mir ehrlich gesagt nur drei Lieder von ihnen angesehen, da sie wiederum ein Opfer meines eigenen Spielplans waren. Dennoch wollte ich sie sehen und hatte gehofft, dass ich den aktuellen Hit hören würde: Once in a Lifetime. Und ich sollte tatsächlich Glück haben. Denn kaum stand ich dort in der dritten Reihe (es war super leer vor dieser Bühne) und wunderte mich über die vier komischen Gestalten. Sorry, aber das sind echte Charakterköpfe, die dort auf der Bühne standen – einer kreativer als der andere. Kennt ihr diese Menschen, die sich selbst inszenieren? Davon gab es drei auf einmal auf der Bühne. Als dann Once in a Lifetime kam, war ich dennoch sehr begeistert. Denn Sänger Martin Johnson ist ein hervorragender Sänger, der live jeden Ton trifft, auch wenn seine Show etwas gewöhnungsbedürftig ist. Das Lied war der Hammer und ich war etwas traurig, dass ich gehen musste, aber der nächste Act stand ganz weit oben auf meiner Liste und enttäuschte mich in keinster Weise.

• Jonathan Davis •

Hände hoch, wer kennt ihn? Kleine Starthilfe gefällig? Wer kennt Korn? Aha, dann kennt ihr auch Jonathan Davis. Denn es ist kein Geringerer als der Sänger von Korn. Eingefleischte LP-Fans erinnern sich vielleicht an seinen Gastauftritt auf der Reanimation? Oh ja, seitdem gehört auch Korn zu dem auserwählten Kreis der Bands, die in meinen Playlists zu finden sind. Nicht alles gefällt mir, aber das muss es auch nicht. Aber nur allein Freak on a leash reicht sicher aus, um euch ein zustimmendes Nicken abzuringen, oder? Wie auch immer. Von seinen Solo-Songs hatte ich nur nebenbei etwas mitbekommen und war umso gespannter auf das, was mich erwarten sollte. Als ich dann sah, dass er mit einem halben Orchester auf der Bühne stand, vor allem aber durch Celli begleitet wurde, dachte ich mir nur: dieser Auftritt kann nur genial werden. Und er wurde es. Jonathan hat eine tolle Stimme und eine sehr angenehme Art und Weise, Musik zu machen. Definitiv eine Empfehlung und ein weiterer Act, den ich auf meine “Konzert-Bucket-List” gesetzt habe. Heißt: wenn er mal in Hamburg spielen sollte, ob allein oder mit Korn, werde ich mir dafür wohl ein Ticket holen.

 • Alt-J •

Alt-J kenne ich auch schon einige Jahre. Ich habe damals das Album This is all yours (2014) hoch und runter gehört. Besonders im Gedächtnis sind mir dabei zwei Lieder geblieben, auf die ich mich bei ihrer Show sehr gefreut habe: Hunger of the pine und Every other freckle. Und beide haben sie auch gespielt. Sehr cooler Auftritt, guter Live-Act. Die Stimmung war viel besser, denn es wurde zunehmend voller, der erste Tag neigte sich dem Höhepunkt zu, der Alkohol floss und das Wetter zeigte sich auch von seiner besseren Seite und ließ es den Abend über trocken bleiben. Wir tanzten ausgelassen zu lockerer Musik und genossen den ersten Tag.

• Casper •

Die erste Überraschung kam tatsächlich mit einem Künstler, den ich live überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. An sich ist Casper keiner meiner Lieblingsmusiker. Ich mag seine Musik nicht wirklich, was hauptsächlich an seiner Stimme liegt. Damit kann ich leider so gar nichts anfangen. Sie ist sehr rau und passt nicht zum Rest. Sonst höre ich ja gerne Deutschrap und Hip Hop, aber Casper? War nie so wirklich mein Fall. Doch dann kam er auf die Bühne, ich ließ mich von der guten Laune um mich herum anstecken und dann überraschte mich nicht die Musik, sondern der Mensch dahinter. Casper war an dem Abend so unfassbar sympatisch, damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Er war sehr begeistert, nahezu überwältigt von dem Publikum und auch wenn er bereits mehrfach vor so vielen Menschen gespielt hatte, war er super authentisch und brach immer wieder fast zusammen, wenn er seine Freude kundtun wollte. Ich glaube auch immer noch, so etwas wie ein paar Tränchen in den Augenwinkeln gesehen zu haben. Das allein machte ihn so sympatisch, dass ich den Rest des Auftritts wirklich genossen habe. Die Show war gut gemacht, er war immer bei dem Publikum, hat alle zum Mitmachen animiert und es wirklich genossen. Fälle wie dieser zeigen, dass man kein Fan eines Musikers sein muss, um einen Auftritt gut zu finden. Und Fälle wie dieser zeigen, wie schön es ist, auf einem Festival zu sein und auch mal von etwas überzeugt zu werden, was man vorher für fast unmöglich gehalten hatte. Hut ab. Gute Leistung, Casper. Mittlerweile würde ich sogar dahin tendieren und sagen, live würde ich ihn mir sogar nochmal anschauen.

• 30 Seconds to Mars •

30 Seconds to Mars waren der Headliner am Freitag Abend. Und damit die letzte Band auf der Hauptbühne. Ich war gemischter Gefühle, was den Auftritt anging. Zwar mag ich die Musik sehr gern, aber ich hatte irgendwie im Kopf, dass Jared Leto eine One-Man-Show abliefert und auf der Bühne auch mal sehr distanziert und eigensinnig daher kommt. Darauf hatte ich irgendwie keine Lust, daher hielt sich meine Freude bedeckt, was nicht hieß, dass ich sie nicht sehen wollte – denn das wollte ich unbedingt. Und es war auch gut so. Es standen ein unfassbar gut gelaunter Jared Leto und sein Bruder – Drummer Shannon Leto auf der Bühne. Allein. Okay, erste Überraschung. Das dritte Bandmitglied war kurz vor der Tour ausgestiegen, sodass die beiden also als Two-Man-Show auftraten. Doch das reichte vollkommen aus. Sie lieferten ab. Und zwar so richtig. Hut ab, Familie Leto. Jared war so motiviert, dass er sogar etliche Fans auf die Bühne holte, die mit ihm gemeinsam singen und tanzen durften. Auch wenn die Security ihre liebe Mühe hatte, die Fans von Jared fern zu halten. 😀 Nichts desto trotz eine tolle Erfahrung. Leider war Jared nicht immer so sicher im Singen, aber die meisten Songs hat er super durchgesungen und auch stimmlich gut rüber gebracht. Also alle Zweifel umsonst. Definitiv ein würdiger Headliner und ein toller Abschluss eines ersten Tages.

• Marilyn Manson •

Den Abschluss auf der Crater Stage bildete Schock-Rocker Marilyn Manson. Seine Show begann leicht verspätet um 1:40 Uhr. Ich muss ehrlich sagen, an dem Abend war ich einfach nur noch platt. Total im Arsch trifft es glaube ganz passend. 😀 Wir sind um kurz nach 7:00 Uhr morgens planmäßig losgefahren, kamen nach knapp fünf Stunden Fahrt an und sind direkt auf das Festivalgelände. Demnach hatten wir bis zum Auftritt von Manson schon gut 12 Stunden dort verbracht. Da darf man schon mal erledigt sein. Wie auch immer, der letzte Auftritt musste auch noch sein, daher habe ich versucht, mich irgendwie munter zu halten. Gott sei Dank sah ich so müde und frierend aus, dass mir jemand seinen Hut schenkte. Festival-Stories sind einfach die besten Stories im Leben: “Du siehst so aus als würdest du frieren. Komm, ich schenk dir meinen Hut. Dann geht es dir besser.” Häh, was? 😀 Von Manson selbst habe ich nicht so viel mitgekriegt, da ich recht weit oben am Hang stand (die Crater Stage lag etwas “hanglastig”, sodass man von oben dennoch gute Sicht hatte, aber eben etwas weit weg war). Er hat sich aber soweit ich gehört habe, recht gut benommen und niemanden während seines Auftrittes verprügelt. Die Songs waren gut, wie man es halt von einem Schockrocker erwarten kann. Der Typ ist einfach ein Charakter. Mehr braucht man dazu nicht sagen. Entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. Ich stehe irgendwo dazwischen. Er fetzt irgendwo, aber für mich hat er definitiv einen laufen. Aber wer hat das nicht? 😀

Fazit

Der Freitag war durchwachsen was das Wetter anging. Am Anfang nieselte es, doch der Regen ließ nach und hörte dann zum Nachmittag hin ganz auf. Die Bands steigerten sich dafür von Band zu Band und die Stimmung wurde ebenfalls besser. Es war ein gelungener Einstieg in mein erstes Festival-Wochenende und ich war echt begeistert. Der Sound auf bzw. vor allen Bühnen war der Hammer. Egal wo man stand, es hörte sich überall gut an. Das ist ja auf “normalen” Konzerten leider nicht immer der Fall, insbesondere wenn man weiter seitlich vor den Lautsprechern steht. Da kommt es öfter mal vor, dass man das Konzert mit einem Tinitus verlässt. Ein dickes, fettes Lob an die Tontechniker, die haben am gesamten Wochenende einen mega Job gemacht. *daumenhoch*

Samstag, 02. Juni 2018

Bury Tomorrow || Beth Ditto || Kaleo || Snow Patrol || Muse || AVENGED SEVENFOLD

• Bury Tomorrow •

Diese Band war zwar die erste am Samstag auf der Crater Stage, aber dafür haben sie die Bühne mal so richtig gerockt. Halleluja. Die Stimmung war mega, auch wenn ich mir das Ganze nur von hinten und im Sitzen (am Wellenbrecher war es sicher) angeschaut habe. Mittlerweile habe ich sogar Gefallen an der Band gefunden. Ich bin zwar weder ein Fan von zu extremen Screams und Growls, aber ich muss dazu sagen, dass sowohl LP als auch A7X in der Vergangenheit und vor allem auch live immer wieder Screaming-Parts dabei hatten und das ab und zu auch echt in Ordnung ist. Bei Bury Tomorrow ist es so, dass sie einfach einen Gitarristen haben, der verdammt gut singen kann und der für mich jedes Lied enorm aufwertet. So gefällt mir ihr derzeitiger Song Black Flame, den sie als Abschluss ihres Konzertes gespielt haben, richtig gut. Die Gesangsparts sind absolut toll. Was ich bei der Show echt beeindruckend fand, war die enorme Fanbase, die sich bereits vor der Bühne versammelt hatte. Das war sehr ungewöhnlich, denn Bury Tomorrow waren die ersten auf der Bühne an dem Tag und da schon so eine gute Stimmung voller circle und mosh pit süchtiger Ringrocker zu sehen, war echt überraschend. Davon waren auch die Briten sehr begeistert. Ein echt toller Einstieg.

• Beth Ditto •

Was war das denn bitte? Das Beth Ditto eine coole Socke ist, wusste ich, aber DAS hatte ich echt nicht erwartet. Diese Frau ist eine geballte Portion voller Kraft, strotzt vor Selbstbewusstsein und ist mit ihrer ganzen Art einfach so grundsympatisch. Von ihrer unfassbaren Stimme brauche ich gar nicht erst reden. Die Frau kann einfach singen. Ob damals bei Gossip oder jetzt solo – sie bringt jeden Ton auf den Punkt und macht schlichtweg Spaß beim Zuhören. Dass sie dann auch noch im kurzen Kleid galant von der Bühne rutscht, um ins Publikum zu gehen, ist nur eine der witzigen Anekdoten dieses überaus begeisternden Auftrittes. Definitiv sehenswert die gute Beth!

• Kaleo •

Tja, was soll ich sagen? Kaleo sind schon cool. So wie ihre Herkunft. Denn die Jungs kommen aus dem kühlen Island. Umso sonniger schienen ihre Gemüter als sie die Bühne betreten und einfach gerockt haben. Ich war überrascht, wie gut die Stimme von Sänger Jökull ist. Wahnsinn, wie klar und tief die Stimme in live klingt. Fast noch besser als auf dem Album. Erstaunlich gut. Bereits nach wenigen Liedern habe ich geguckt, ob sie dieses Jahr noch einmal in Hamburg auftreten und ich hatte Glück. Ich durfte sie bereits im Stadtpark beim Open Air besuchen – und wurde auch zum zweiten Mal einfach nicht enttäuscht. Was für eine tolle Band mit einer sympatischen, angenehmen Ausstrahlung. So stellt man sich einen Nachmittag auf einem Festival vor.

• Snow Patrol •

Auch Snow Patrol war eine Band, die ich bereits kannte und gern sehen wollte. Sicherlich kennt jeder ihren Megahit Chasing CarsMein persönliches Band-Highlight ist ja der Dreiteiler The Lightning Strike und davon Part 1 What if this storm ends. Dieses haben sie zwar nicht gespielt, aber dafür ebenfalls Lust auf mehr gemacht. Eine sehr solide Band, die einfach gute Livemusik gespielt hat und mit ihren Hits wie bspw. auch mit dem Cover zu Leona Lewis’ Run punkten konnte.

• Muse •

Zu Muse muss man eigentlich auch nicht unbedingt viel sagen außer: was für ein Headliner. Geile Band. Mega Show. Super Stimmung. Grandioses Wetter. Perfekter Abschluss auf der Center Stage für den Abend. Der Auftritt ging ganze zwei Stunden. Und ich habe es genossen. Sie waren gut drauf, hatten Spaß und haben die Bühne echt gerockt. Schon allein deswegen hat es sich gelohnt, zum Festival zu fahren. Wo sonst bekommt man für ein im Verhältnis zu den mega Bands so günstiges Konzertticket? Allein die Foo Fighters haben in diesem Jahr 100 EUR für ihr Konzert in Hamburg verlangt. Zurück zu Muse: absolut sehenswert. Guter Sound, tolle Musik sowieso. Und mit zwei Stunden ein Auftritt der einem normalen Konzertgig in nichts nachsteht.

• Avenged Sevenfold •

Hach ja, was gibt es hierzu eigentlich noch zu sagen? Sie kamen, ich sah, sie siegten. Mir war von Anfang an klar, dass mich dieses Wochenende verändern würde. Das hat es auch. Aber im wohl Positivsten wie es nur überhaupt hätte passieren können. Ich frage mich immer noch, wie mir diese Band so lange verborgen geblieben war? Vielleicht weil ich mit Linkin Park seit 18 Jahren meine Seelenband gefunden hatte? Umso schöner ist es, dass ich auch nach so langer Zeit noch empfänglich für eine neue Liebe war. Denn das ist es, was ich mittlerweile fühle. Eine neue Liebe zu dieser tollen Band. Fünf durchgeknallte Jungs, die ihre Freundschaft über alles stellen. Denen es einfach mal scheiß egal ist, was man von ihnen denkt. Ob ihnen jemand unterstellt, dass sie Mainstream-Pop-Musik machen? Egal. Denn sie lieben die Musik, die sie machen und sie spielen sie mit der größten Liebe und Leidenschaft. Das macht sie so authentisch und so sympatisch. Und das merkt man auf der Bühne. Wie schon mehrfach geschrieben: es kam ein Synyster Gates auf die Bühne und spielte auf seiner Gitarre. Ganze fünf Sekunden lang. Und ich stand vor dieser Bühne und mein Herz begann zu leuchten. Es wurde wiederbelebt. Was für ein wunderschönes Gefühl, endlich mal wieder ein Konzert zu sehen, der Musik zu lauschen (die ich zu meinem Bedauern bis dato noch nicht kannte) und einfach wieder ein Licht sah. Die ganze Dunkelheit der letzten Monate war vergessen. Es war ein so tolles Konzert und ich bin so traurig, dass ich nicht mehr Videos gemacht habe. Aber ich war da. Ich habe sie live gesehen. Und sie haben so toll gespielt. Es tut mir leid, dass ich gerade nicht im Stande bin, einen objektiven Bericht über diesen Auftritt zu verfassen, aber sie haben etwas geschafft, womit ich nicht gerechnet habe. Sie haben mich zurück von den Toten geholt. Und das hatte ich ganz gewiss weder gewollt noch gehofft. Aber meistens sind es die Dinge, die uns unverhofft und ungeplant treffen, die uns glücklich machen.

Okay, ich versuche es doch nochmal: Avenged Sevenfold sind eine Band, die selbst einen tragischen Verlust hinnehmen mussten. Drummer Jimmy “The Rev” Sullivan ist 2010 verstorben. Doch sie haben sich aufgerafft und machen seitdem die Musik weiter, die sie mit ihm so geliebt haben. Sie haben sich weiterentwickelt und sind erwachsen geworden. Die Band ist eine tolle Kombination aus zwei sehr harmonisch zusammen spielenden Gitarristen, einem Bassisten sowie einem tollen Drummer. Komplettiert wird die Band durch einen Sänger, der eine enorm raue, aber nicht minder tolle Singstimme hat. Die Songs sind eindringlich, sie haben Hymnen, die jeder Fan in- und auswendig kann. Songs wie Hail to the king, Bat Country oder Nightmare sind absolut festivaltauglich und haben die Massen mehr als begeistert. Aber sie können auch gefühlvoll, wie sie mit ihrer Ode So far away, einst für The Rev geschrieben, zeigen. Und sie können auch Cover wie mit meinem persönlichen Highlight und wohl auf ewig einem meiner Favoriten Wish you were here. Es war grandios und besser hätte dieser zweite Abend einfach nicht enden können. Wer immer noch denkt, sie sind Mainstream und machen Schmusepop, der ist selbst schuld. Ich finde sie gehören genauso in die Riege des Heavy Metal wie andere Bands an diesem Tag / Wochenende. Und das zu recht. Denn live haben sie einfach abgerissen. Unfassbar gut! Grandios!

Fazit

Tja, das Fazit dieses Tages kann einfach nur eines sein: Grandios. Weltklasse. Ach, ich untertreibe. Nein, mal im Ernst. Ich war begeistert. Nicht zuletzt weil ich einfach einen so tollen Tag hatte. Ich war seit langem mal wieder absolut unbeschwert und wie schon beschrieben, ist es zwar komisch, aber ich bin irgendwie losgelöst von der Schwere und Leere der letzten Monate. Es hat in mir etwas ausgelöst. Wahrscheinlich war es auch mal wieder ein Wink mit dem Schicksal, dass ich ausgerechnet ein Jahr nach dem Verlust von so musikalischen Größen wie eben Chester aber auch Chris Cornell (die beide gemeinsam 2012 bei RaR waren) genau dort sein sollte und eine neue Band treffen sollte, die mein Leben auf so positive Weise verändern sollte.

Sonntag, 03. Juni 2018

Nothing but Thieves || Bad Religion || Good Charlotte || Rise Against || Foo Fighters || Gorillaz

• Nothing but Thieves •

Oh ja, auf die Band hatte ich mich von Anfang an so richtig gefreut. Nachdem ich sie im Januar spontan und ungeplant in der Großen Freiheit 36 bestaunen durfte, war mir klar, dass sie einen tollen Auftritt hinlegen werden. Und sie haben es getan. Auch wenn man gemerkt hat, dass sie noch recht unbekannt waren, bin ich mir sicher, dass sie danach doch den einen oder anderen Fan mehr mitgenommen haben. Ich war eine der wenigen, die doch tatsächlich die Songtexte kannte und mitgesungen hat. Aber es war mir egal. Ich hatte Bock, das Wetter war mega und die Musik gefällt mir einfach.

• Bad Religion •

Von den “Altrockern” war ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Zum Einen gehört Punkrock jetzt nicht unbedingt zu meinen liebsten Genres, zum anderen hatte ich echt mehr erwartet. Es war irgendwie die einzige Band, dessen Sound mich fast genervt hat. Sie waren sehr laut, die Gitarren waren meiner Meinung nach übersteuert und der Gesang ist dahinter etwas untergegangen. Genau das, was mir bei allen anderen Bands sehr gut gefallen hat, ist mir bei Bad Religion leider negativ aufgefallen. Denn das war einfach schlecht abgestimmt. Daher habe ich auch nur ein Lied wiedererkannt, obwohl ich sonst eigentlich mehrere kenne. Aber okay. So ist das.

• Good Charlotte •

Umso positiver überrascht war ich dafür von Good Charlotte. Die Amerikaner kenne ich noch aus ihren Anfangszeiten und das ist immerhin schon 16 Jahre her. Wer kennt sie nicht von Lifestyle of the Rich and the Famous oder The Anthem. Was waren das noch für Zeiten? Ich hatte seit langem nichts mehr gehört von der Band und war umso erfreuter, als ich gesehen habe, dass sie bei RaR auftreten sollten. Dennoch war ich gemischter Stimmung und habe eher erwartet, dass sie nicht so wirklich was ableisten. Sie sind halt alle schon in die Jahre gekommen, wie auch immer die Bands von damals auch heißen. Aber GC haben erstaunlicherweise alle Erwartungen mehr als erfüllt und sogar übertroffen. Sie waren echt fit. Das sah ja in den letzten Jahren nicht immer so aus. Im Gegensatz zu ihren frühen 20ern haben sie doch das eine oder andere Wohlstandskilo aufgenommen, aber wer hat das nicht. Nichts desto trotz haben sie all den Vorurteilen getrotzt und eine sehr solide und angenehm erfrischende Show abgeliefert. Ihre Hits haben ebenso Spaß gemacht, wie ihre weniger bekannten Songs.

• Rise Against •

Ich war schon auf einigen Rise Against Konzerten. Dementsprechend war die Freude natürlich groß, als auch diese Band bestätigt wurde. Umso größer war leider auch die Enttäuschung, dass sie diesmal leider nicht wie üblich abgeliefert haben. RA hatten schon immer bei ihren Liveshows ein Problem mit dem Takt. Das äußert sich oftmals darin, dass Sänger Tim McIlrath, der ohne Zweifel ein begnadeter Sänger ist, hin und wieder einige Millisekunden vor dem Takt ist. Und das recht konsequent. Bei den letzten Konzerten ist mir das nie so enorm aufgefallen wie diesmal. Das war sehr schade, denn es hat den Auftritt etwas getrübt. Nichts desto trotz war die Stimmung mega. Und Tim hat einen Song (ich weiß leider nicht mehr welcher) unterbrochen, um einen Fan auf die Bühne zu holen. Dieser musste ihm helfen, die ganzen über den kompletten Bereich vor der Bühne verteilten Circle Pits zu zählen. Ich weiß es nicht mehr genau, aber es waren weit über 20 Stück. Ein grandioses Bild. Bei grandiosem Wetter. Die Sonne stand tief und die Stimmung war echt gut. Wäre da nicht der Takt gewesen. Wie auch immer. Trotzdem bleiben sie eine meiner Lieblingsbands, die gute Musik machen und meistens live auch absolut überzeugen. Die Akkustik-Klassiker People live here und vor allem Hero of War sind mega. Was ich sonst auch schade fand, war die Tatsache, dass der sonstige Abschluss-Song Savior der immer das Ende des Konzerts einläutet und nochmal so richtig auf die Ohren geht, einfach mittendrin im Set kam. Das war sehr schade und ungewohnt. Naja, manchmal ist es eben so, wie es ist.

• Foo Fighters •

Und dann kamen sie. Die einzig wahren Foo Fighters. Auch auf diese Band der besonderen Art hatte ich mich wirklich sehr gefreut. Sie sollten 150 Minuten spielen und das bedeutete etwas ganz Großes. Das am Ende etwas ganz anderes dabei raus kam, damit hatte bis zum Beginn des Auftritt der Rockgiganten wohl niemand gerechnet. Es begann gigantisch. Diese Band weiß, wie man sich als Top-Headliner auf einem der größten Festivals Europas verhält und wie man die Primetime am Sonntag Abend nutzt. Mit einer Show, die seinesgleichen sucht. Doch nach gut 30 Minuten begann die Stimme von Dave Grohl langsam aber sicher den Geist aufzugeben. Man merkte, wie sein Tempo ins Stocken geriet, er wurde immer behäbiger auf der Bühne und ärgerte sich wohl selbst am allermeisten, dass er eigentlich nur noch krächzte und das Ganze mit Singen nur noch recht wenig zu tun hatte. Irgendwann sagte er zu uns, wir müssten ihm helfen und seine Parts singen und er würde dafür einfach nur noch schreien. Das ist mal ein Statement. Ich meine, er hätte auch einfach abbrechen können – zum Wohle seiner Stimme. Aber das war keine Option. Wobei ich mir auch nicht vorstellen will, was passiert wäre, wenn er abgebrochen oder den Auftritt komplett gestrichen hätte. Umso beeindruckender, dass er dennoch über zwei Stunden durchgehalten hat. Gute 25 Minuten vorher haben sie den Auftritt dann doch noch abgebrochen, aber das war vollkommen in Ordnung. Die FF sind und bleiben eine echte Rockgröße. Ich würde mir jeder Zeit wieder ein Konzert von ihnen ansehen. Zwar nicht für 100 EUR, aber wenn ich die Chance bekommen würde, wäre meine einzige Antwort: JA! Die Jungs muss man einfach gesehen haben. Schon allein wegen der vielen Songs, die einfach jeder kennt. Allein damit können sie locker zwei Stunden und noch mehr füllen. Und jeder kann einfach durchgehend mitsingen. Welche Band kann das von sich behaupten? Und für den Willen und die Liebe zu seinen Fans gibt es ein extra Lob! Hut ab, Mr. Grohl! Respekt!

• Gorillaz •

Wer denkt, nach den Foo Fighters kam nichts mehr, irrt gewaltig. Es folgte ein Festival-Abschluss wie er einfach besser nicht hätte sein können. Die Gorillaz sind für ihre witzigen Affen bekannt. Doch wer steckt wirklich dahinter? Das ist niemand geringerer als Blur-Frontmann Damon Albarn. Und der hat es live auch echt in sich. Wer denkt, dass die Briten komisch sind, sollte diesen Mann nicht in diese Schublade stecken. Klar, wer die Brüder Gallagher kennt, ist auf einiges gefasst, aber Mr. Albarn hat das komplette Gegenteil gezeigt. Gut gelaunt, richtig Bock auf seinen Auftritt und Spaß an der Musik, die er gespielt hat. Die Gorillaz sind sein Nebenprojekt, welches nicht minder bekannt und beliebt ist. Die Musik ist erfrischend, leicht melancholisch, aber alles in allem mit einer tollen Liveband, einem ganzen Gospelchor und den vielen, so unterschiedlichen Gastmusikern ein absolut rundes Gesamtarrangement, dass es wirklich verdient hatte, den Rausschmeißer zu spielen. Wobei danach eigentlich niemand so wirklich gehen wollte. Alle waren gut drauf, jeder hatte einfach nur Bock runter zu kommen und zu chilliger Musik zu tanzen. Man wurde umarmt, freundlich angelächelt und jeder war einfach seelig. So kann man so ein enorm gutes Wochenende definitiv beenden. Das letzte Lied der letzten Band am letzten Tag dieses grandiosen Festivals war Clint Eastwood. Word! Mehr braucht es dazu denke ich nicht?!

Fazit

Es ist unglaublich. Ich bin so dankbar, dass ich diese drei Tage erleben durfte. So tolle Musiker, alle geballt auf einem Gelände. Und ich durfte sie alle live sehen. Ich bin unendlich glücklich, dieses Erlebnis mitgemacht zu haben und kann es einfach nur jedem weiterempfehlen. Dennoch steht für mich fest, dass ich auch beim nächsten Mal wieder ein sehr großes Augenmerk auf das Line-Up legen würde. Denn das ist doch das A und O für jemanden wie mich. Sicherlich gibt es auch Menschen, die wohl nur auf ein Festival fahren, um sich auf dem Campingplatz von einem Kater zum nächsten zu trinken. Für mich kommt das irgendwie nicht in Frage. Klar, Spaß möchte ich auch haben. Aber an erster Stelle steht für mich definitiv die Musik. Und die will ich ganz bestimmt nicht strunzevoll und fast bewusstlos erleben. Dafür sind mir die Tickets dann doch zu teuer.

Für nächstes Jahr sind bereits Die Ärzte bestätigt. Mal sehen, was sonst noch so aufgefahren wird. Ich werde leider nicht dabei sein, da ich mich im kommenden Jahr zu der Zeit wohl auf einem anderen Kontinent aufhalten werde, aber das erzähle ich euch ein anderes Mal. Nun schwelge ich noch weiter in Erinnerungen und packe euch noch ein paar Bilder von meinem ersten Festival-Besuch bei Rock am Ring 2018 hier rein. Have fun, Rockers!